Pflege und Betreuung

Intensivpflege

Die Würde des Menschen ist unantastbar

Behutsam und mit hoher Versorgungsqualität kümmern sich speziell ausgebildete und hochqualifizierte Pflegeteams um unsere Patienten, denn Menschen mit schweren Hirnschädigungen wie zum Beispiel der Wachkomapatient, benötigt ein erhöhtes Maß an Grund- und Behandlungspflege. Um dies zu gewährleisten, stehen uns im Klostergarten eine 100% Fachquote beim Pflegepersonal und ein Therapeutenteam bestehend aus Physio- und Ergotherapeuten sowie Logopäden zur Verfügung. Wöchentliche Hausbesuche und ein Netzwerk von Fachärzten, sichern die optimale Versorgung unserer Kunden von ärztlicher Seite.


Aktivierende Pflege

Bewegung bedeutet Leben

Bei uns wird die aktivierende Pflege gelebt. Diese Form der Pflege ist darauf ausgerichtet die Sinne unserer Wachkoma-Patienten zu stimulieren und deren Ressourcen zu wecken. Diese Pflege schafft die Voraussetzung für eine sinnvolle Therapie.

Bei der Pflege von Menschen mit einer erworbenen schweren Hirnschädigung, steht dieser Mensch mit all seinen Bedürfnissen und psychosozialen Problemen, im Vordergrund. Eine schwere Hirnschädigung tritt meist plötzlich und unerwartet auf und für Angehörige ist dies meist eine extreme Lebenssituation bei der sich oft die Frage gestellt wird, „Wie geht es weiter? Oder „Geht es überhaupt weiter?“.

Durch das breit gefächerte Förderprogramm und qualifizierte Angebot des Therapeutenteam, ist es unser Ziel, in dem Bereich das Input zu setzen indem die Störung der Reizaufnahme und der Reizverarbeitung vorliegt. Das Gehirn ist in der Lage sich neu zu organisieren, durch gezielte Therapiemethoden wie zum Beispiel das Bobath Konzept, welches physiologische Bewegungsmuster vorgibt und pathologische Bewegungsmuster hemmt.


Therapieziele

Spaß und Freude

Die therapeutischen Angebote haben folgende Ziele:

  • Gemeinsaftssinn fördern und pflegen.
  • Die Lebensqualität verbessern.
  • Integrationsprozesse zu erleichtern und zu fördern.
  • Das Selbstwertgefühl zu bestätigen und zu verbessern.
  • Vorhandene körperliche- und geistige Ressourcen der Kunden zu erkennen, zupflegen und im Rahmen der individuellen Möglichkeiten auszubauen.
  • Aggressionen und Spannungen im Rahmen der Möglichkeiten abzubauen.
  • Kreatives und/oder strategisches Handeln und Denken zu fördern oder im Rahmen der Möglichkeiten auszubauen.

Therapieangebote

Das Wachkoma Therapieprogramm wird im multiprofessionellen Team und in Zusammenarbeit mit den Angehörigen entwickelt. Ein individuell gestaltetes Therapieprogramm soll eine optimale Dosierung der Reizaufnahme bewirken.

Der Kunde mit seinen Stärken, Ressourcen und Defiziten steht im Mittelpunkt der Behandlung. Dafür treffen sich Angehörige, Betreuer, Therapeuten und die verantwortliche Pflegefachkraft zu Fallgesprächen, die mindestens einmal im Jahr und bei Bedarf auch öfters stattfinden. Entsprechend der Indikation, können folgende Therapieformen ärztlich verordnet werden.

Ergotherapie

Zielsetzung in der Ergotherapie ist das Wiedererlangen sowie der Erhalt größtmöglicher Handlungsfähigkeit und Selbständigkeit. Über eine lebensnahe, handlungsorientierte Förderung werden Entwicklungsanstöße gegeben sowie eingeschränkte Funktionen verbessert oder wieder hergestellt.

Physiotherapie

In der Physiotherapie stehen Kontrakturprophylaxe, Tonussenkung und die Behandlung nach anerkannten neuro-physiologischen Grundsätzen auf dem Programm. Integriert werden diese in einen ganzheitlichen individuellen Therapieplan.

Ziel der Physiotherapie ist, eine Verschlechterung der der Beweglichkeit zu verlangsamen, die Beweglichkeit mindestens zu erhalten, im optimalen Fall soll eine Verbesserung der Beweglichkeit erreicht werden. Desweiteren wird die optimale Hilfsmittelversorgung angestrebt, so dass die Kunden in ihre individuell angepassten Rollstühle oder bis in den Stand mobilisiert werden können.

Logopädie

Der Inhalt der logopädischen Therapie für Menschen im Wachkoma beinhaltet zwei wesentliche Bereiche. Zum einen die Kommunikationsanbahnung beziehungsweise –förderung, zum anderen die Dysphagietherapie (Schlucktherapie). Unter Berücksichtigung der Fähigkeiten des jeweiligen Patienten werden non-verbale (nicht-sprachliche) und verbale (sprachliche) Kommunikationsmöglichkeiten angebahnt.

Ein weiterer Aspekt ist das Trachealkanülenmanagement. In enger Zusammenarbeit mit erfahrenen HNO Ärzten, wird die optimale Trachealkanülenversorgung der Kunden gewährleistet. Auf ärztliche Anordnung, die abhängig von den individuellen Fähigkeiten des Kunden ist, kann das Entwöhnen der Trachealkanüle schrittweise erlangt werden.

Individuelle Entwicklung einer Tagesstruktur

Bei unseren Kunden im Pflegefachzentrum, handelt es sich unter anderen um Menschen im Wachkoma und/oder Minimal Concious State (MCS = Minimaler Bewusstseinszustand). Durch ihren Zustand, sind diese Menschen sicher nicht so leicht zu aktivieren, und zu beschäftigen.

Grundsätzlich sehen wir aber auch bei komatösen Menschen die Notwendigkeit, eine Tagesstruktur anzubieten. Mit diesem Konzept sollen die angebotenen Möglichkeiten dargestellt werden.


Sozialer Dienst

Betreuung und Beschäftigung

In dem von uns zugrunde gelegten Pflegemodell wird auf der Basis der Bezugs- und Gruppenpflege in der Betreuung und Beschäftigung gearbeitet. Die Betreuung und Beschäftigung wird in zwei Bereiche aufgeteilt:

a) Der Anteil der Betreuung und Beschäftigung, der die alltäglichen Dinge des Wohnbereiches und der damit verbundenen aktivierenden Pflege beinhaltet, liegt in den Händen und in der Verantwortung der Mitarbeiterinnen der einzelnen Wohnbereiche. und einer Gesellschafterin.

b) Der Anteil der Betreuung und Beschäftigung, der in der Verantwortung des betreuenden Sozialen Dienstes liegt, umfasst folgende Bereiche und Inhalte:

  • Kundenrorientierte Planung, Gestaltung und Entwicklung von eigenen Betreuungs- und Beschäftigungsangeboten.
  • Gestaltung und Planung von Festen oder anderen Events, zum Beispiel die Ausrichtung von Geburtstagsfeiern.
  • Individuelle Betreuung von Menschen in Form Einzelbeschäftigungsangebote.
  • Kreative Gruppenangebote, zum Beispiel: Singen und musizieren oder Mandala malen.
  • Krisenintervention, auch mit Angehörigen; Krankenhausbesuche.
  • Enge Zusammenarbeit und ständiger Austausch mit allen Bereichen der Einrichtung.
  • Teilnahme an Teams und Besprechungen Administrative Tätigkeiten wie die Dokumentation der Aktivitäten.
  • Mitorganisaton und Durchführung von Ausflügen.
  • Im Rahmen der Möglichkeiten den Alltag der Menschen im Wachkoma, mit dem Ziel das gemeinsame Leben und Zusammenleben in der Einrichtung, so angenehm wie möglich zu gestalten.

Gut koordiniertes Planen und Handeln

In der täglichen Praxis bedeutet das, dass Betreuungs- und Beschäftigungsangebote in Kooperation mit den Mitarbeiter/innen der Pflege, des therapeutischen Dienstes und der Pflegedienstleitung/Einrichtungsleitung geplant werden.

Die anderen Anteile und Inhalte sind im klassischen Muster der Funktionseinheit strukturiert, das heißt der Soziale Dienst ist mit verantwortlich für die Planung, die Organisation, die Gestaltung und die Durchführung von Angeboten, die sich an den Bedürfnissen und Möglichkeiten der Kunden orientieren.